Südwestfalen-Talk

13.01.2020

Hendrik Rittinghaus, Schulte – Elektrotechnik GmbH & Co. KG

1. Hagener Erfinderpreis – Innovationen in Südwestfalen

Dipl.-Ing. Hendrik Rittinghaus, MBA, Leiter Entwicklung & Konstruktion, Schulte – Elektrotechnik GmbH & Co. KG in Lüdenscheid, im Gespräch mit mittelstand-südwestfalen.de.

Herr Rittinghaus, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum 1. Hagener Erfinderpreis, der Ihnen am 28. Oktober 2019 im Osthaus Museum verliehen wurde. Wofür wurden Sie ausgezeichnet?

Vielen Dank! Ich habe den Preis für eine drehbare Steckdosenleiste bekommen, die für den Einbau in Tisch- oder Arbeitsplatten vorgesehen ist. Die Leiste heißt Backflip und wird seit 2015 unter der Marke EVOline vertrieben. Durch leichtes Antippen dreht sich der Einsatz der Einbaulösung nach oben und gibt zwei Steckdosen sowie einen USB-Charger frei. Nach dem Gebrauch wird die Steckdosenleiste dann wieder in die Ruheposition zurückgedreht. Die Problematik an solchen Einbaulösungen ist der nicht vorhandene Schutz vor beispielsweise Schwallwasser auf Küchenarbeitsplatten. Im drehbaren Backflip habe ich die Steckplätze daher auf einem Vorsprung angeordnet.

Wie verlief denn eigentlich der Weg von der Idee zur Erfindung?

An der Erfindung des Backflip habe ich intensiv ein knappes Jahr gearbeitet. Dabei waren viele Detailprobleme zu lösen. Für die schwenkbare Steckdose musste zum Beispiel auch eine Lösung für die Stromzuleitung gefunden werden, damit die Leitungen beim Drehen keine Beschädigungen bekommen. Der Teufel steckt dabei meistens im Detail. Für Erfindungen generell wichtig ist die Freiheit der Entwickler. Kreativität kann sich nur entfalten, wenn Tüftler ohne Zwang und Druck arbeiten können. Auch die Idee, es bei der Steckdosenleiste mit einem rotatorischen Ansatz zu versuchen, ist so entstanden.

Nutzen Sie bei Ihren Erfindungen digitale Technologien?

Ja, wir arbeiten schon lange mit modernen CAD-Programmen, mit denen wir 3D-Modelle konzipieren und simulieren können. Prototypen erstellen wird dann mit unseren 3D-Druckern, wobei wir rund 90 % aller Bauteile selbst drucken können.

Wie wichtig ist bei Ihren Erfindungen eigentlich das Design?

Design und Technik müssen immer Hand in Hand gehen. Für Kunden ist gutes Aussehen sehr wichtig. Gleichwohl gilt für uns immer der Grundsatz „design follows function“. Wir designen unsere Produkte übrigens in der Regel selbst.

Was haben Sie mit Ihrem Team nach der preisgekrönten Steckdose noch so erfunden?

Wir arbeiten ständig an neuen Produkten und Ideen. Innovationsfähigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in unserer Branche. So haben wir beispielsweise eine patentierte Steckdose mit Kindersicherung für den US-Markt entwickelt. Zuletzt haben wir spezielle minimalistische Einbausteckdosen auf den Markt gebracht, die unter anderem in Polstermöbel integriert werden.

Für Ihre Patentsicherungen sind gute Patentanwälte erforderlich. Worauf kommt es Ihnen dabei an?

Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit Herrn Dörner von der Hagener Kanzlei Dörner & Kötter zusammen. Er kennt sich mit unserer Materie einfach gut aus und schafft es, unsere Produkte für das Patentamt immer korrekt und verständlich zu beschreiben.

Wir bedanken uns für das Gespräch, Herr Rittinghaus.

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Thomas Schaaf, BWL Rechtsanwälte und Notare, Hagen

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