Google Analytics rechtlich umstritten

Websiteanalysen

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Wenn Sie Ihre Website oder Ihren Online-Shop professionell managen wollen, benötigen Sie spezielle Analysehilfen. Im Online-Marketing hat sich hierfür der Begriff „Tracking“ durchgesetzt. Das bisher beliebteste und vielleicht beste Analyse-Tool ist Google-Analytics. Doch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Ende 2019 in seinem „Cookie-Urteil“ den Einsatz von Tracking-Cookies, die auch bei Google Analytics eingesetzt werden, erschwert.

Cookie-Urteil und seine Folgen

Cookies sind Textdateien, die Browser auf dem Rechner der Website-Besucher platzieren, um z. B. das Surfen und betriebsnotwendige Aktivitäten zu erleichtern, aber auch um das Nutzerverhalten mit externen Tools wie Google Analytics zu messen. Die EuGH-Richter haben solche Tracking-Tools nun nicht verboten. Sie haben aber klare Regeln gesetzt. Falls Sie Tracking Cookies doch verwenden, müssen Sie die Zustimmung zu jedem Cookie aktiv einholen. Sammelzustimmungen oder voreingestellte Ja-Häkchen sind nicht mehr erlaubt.

Damit ist die aktuelle Praxis in Deutschland, die sich noch auf das Telemediengesetz beruft, eigentlich hinfällig. Der deutsche Gesetzgeber muss nun handeln. Derweil wiegelt der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW) noch ab und sieht im EuGH-Urteil keine generelle Einwilligungspflicht. Erstaunlich viele Betreiber von Websites und Online-Shops haben allerdings noch nicht auf das EuGH-Urteil reagiert.

Google Analytics als Auslaufmodell

  • Wenn nun jeder Website-Besucher explizit der Verwendung von Google-Analytics zustimmen muss, bevor die Seite genutzt werden kann, verliert das Tool seine Grundlage. Experten schätzen, dass allenfalls 10 Prozent der Nutzer zustimmen werden. Damit wird dann nur ein Bruchteil der Website-Besucher erfasst. Die Statistiken verlieren ihre Aussagekraft.
  • Selbst wenn Sie das rechtliche Risiko eingehen, bei Ihren Usern keine explizite Zustimmung zur Verwendung von Google-Cookies einzuholen, erfasst Google Analytics nicht alle Besucher Ihrer Website. Denn immer mehr Benutzer verwenden Adblocker oder Browser wie Firefox und Safari, die Tracking-Cookies grundsätzlich blockieren.

Alternativen zu Google Analytics

Um die Zugriffszahlen auf Ihrer Website dennoch zu messen, können Sie z. B. auf die Rohdaten Ihrer Logfiles zugreifen. Die kann Ihr Hosting-Dienstleister aufzeichnen. Mit speziellen Analyse-Tools wie AWStat, ist auch eine vernünftige Darstellung möglich. Zudem gibt es dafür Zusatzprogramme, mit denen Sie offline individuelle Auswertungsmasken erstellen können. Die Funktionalitäten und Layouts reichen jedoch nicht an den Komfort von Google Analytics heran.

Die deutschen Datenschutzbeauftragten sehen die Verwendung von Tools wie AWStat als unkritisch, wenn die IP-Adressen der Nutzer beim Tracking anonymisiert werden und das Speichern der Logfile-Daten auf dem eigenen Website-Server erfolgt. Anbieter wie Matomo (früher PIWIK) sind dann bei Einhaltung dieser Bedingungen auch erlaubt.

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