Markenstreit Inter Mailand vs. Inter Miami

David Beckham kämpft auch außerhalb des Platzes

Der italienische Spitzenclub Inter Mailand aus der italienischen Serie A hat in den USA einen vorläufigen juristischen Sieg gegen den in der dortigen Major League Soccer (MLS) spielenden Fußballclub Inter Miami im Streit um die Namensrechte errungen. Der italienische Club sieht sich in seinen Rechten an der Bezeichnung „Inter“ verletzt. Diese Bezeichnung ist seit 2014 beim Patent- und Markenamt in den USA (USPTO) registriert. Zwar hat die MLS gegen die Eintragung der Marke Widerspruch erhoben - bisher aber ohne Erfolg.

Nach Ansicht des Mailänder Clubs ist "Inter" weltweit ein Synonym für den 18-maligen italienischen Meister. Inter Miami wurde dagegen von einer Investorengruppe um den früheren englischen Nationalspieler David Beckham gegründet und trat im Jahr 2020 erstmals in der MLS an. Die MLS ist Mit-Eigentümer des amerikanischen Fußballclubs und vertritt dessen gerichtliche Interessen. Der Club wurde ursprünglich unter dem Namen „Miami Beckham United“ gegründete und im Jahr 2018 umbenannt.

Der Streit basiert unter anderem darauf, dass eine Bezeichnung wie bspw. „Inter Mailand“ wegen seines beschreibenden Charakters für einen in Mailand ansässigen international agierenden Fußballclub nicht schutzfähig ist. Dass Wort „Inter“ in Alleinstellung ist dagegen schutzfähig, was eben auch das USPTO bestätigt hat. Folglich hat der italienische Club diese Bezeichnung in vielen Ländern als Marke eintragen lassen. Das war nun in der Auseinandersetzung hilfreich, weil sich die Italiener auf eine eingetragene Marke stützen konnten und nicht allein mit der vermeintlichen Bekanntheit des Clubs in den USA argumentieren mussten.

Inter Miami hatte argumentiert, dass bereits eine Vielzahl anderer Vereine den Bestandteil „Inter“ verwendet, und zwar auch in den USA. Dort würden Clubs wie Inter Nashville oder Inter Atlanta existieren. Bei diesen handelt es sich allerdings um Amateur-Vereine. Da es aber dem Inhaber einer Marke überlassen ist, gegen wen er seine Rechte geltend macht, griff dieses Argument nicht durch.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass amerikanische Fußballclubs sich bei ihrer Namensgebung häufig bei europäischen Spitzenclubs bedienen. So existiert bspw. ein Fußballclub mit dem Bestandteile „Sporting“ in Kansas City (angelehnt an Sporting Lissabon) oder auch ein „Real“ in Salt Lake City (angelehnt an Real Madrid). Zudem sind mehrere Clubs mit dem Bestandteil „United“ aktiv (angelehnt an Manchester United). Das ist den jeweiligen europäischen Fußballclubs selbstverständlich ein Dorn im Auge, zumal sie selbst marketingtechnisch in den USA aktiv sind. Da aber die Namen der Fußballclubs ebenso wie Inter Mailand an sich beschreibend sind, ist ein Vorgehen in der Regel schwierig.

Eine Entscheidung über den Widerspruch gegen die Marke „Inter“ in den USA ist vermutlich erst im kommenden Jahr zu erwarten.

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