Wege aus der Krise

Sanierung

© Robert Kneschke - Fotolia

Die Corona-Krise hat viele Unternehmen hart getroffen. Die öffentlichen Fördermittel haben bisher jedoch offensichtlich das Schlimmste verhindert. Das zeigt sich auch daran, dass es nach der seit Anfang 2021 gültigen präventiven Sanierung nach dem StaRUG wohl erst gut 20 Fälle bei den deutschen Restrukturierungsgerichten gibt. Möglicherweise ist die Insolvenzwelle in der deutschen Wirtschaft aber auch nur aufgeschoben. Wir werden es die nächsten Monate sehen. Sollte Ihr Unternehmen in schweres Fahrwasser geraten sein, dann ist schnelles Handeln gefragt.

  • Kommunikation: Der offene Umgang mit den Problemen ist wichtig. Informieren Sie die betroffenen Mitarbeiter/innen, Finanzpartner und Eigentümer. Schließlich geht es darum, Vertrauen zu sichern und für eine Sanierung zu werben. Nur wenn es Ihnen gelingt, das Umfeld vom nachhaltigen Strategiewechsel zu überzeugen und die notwendigen Schritte auch konkret umzusetzen, kann sich Erfolg wieder einstellen. Externe Unterstützung kann sinnvoll sein, um den eigenen Blickwinkel zu weiten und Sanierungserfahrung zu nutzen.
  • Strategie: Stellen Sie die Strategie und Geschäftsmodelle Ihres Unternehmens auf den Prüfstand. Berücksichtigen Sie dabei den digitalen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandel. Disruptive Technologien oder Gesetze (z. B. Klimawende) können die Spielregeln einer Branche komplett ändern. Die Automobilindustrie und deren Zulieferer können davon ein Lied singen. Berücksichtigen Sie auch aktuelle Entwicklungen wie Inflation und die globalen Lieferkettenprobleme, die Standortentscheidungen nach sich ziehen können.
  • Organisationsstruktur: Der Trend geht heute hin zu kleinen, schlanken, agilen dezentralen Einheiten, die das Ohr ganz nah im Markt haben. Im digitalen Zeitalter sind kreative Schnellboote angesagt. Großunternehmen sind zu bürokratisch. Digitale Kommunikationstools wie Videokonferenzen ermöglichen heute eine raumungebundene Projektarbeit. Doch jedes Unternehmen muss seine eigene Struktur selbst finden. Sie ergibt sich aus den Prozessen.
  • Geschäftsprozesse: Sie sind bei vielen Unternehmen häufig immer noch zu wenig kundenorientiert ausgerichtet. Das führt dazu, dass mehrere Personen für einen Prozess verantwortlich sind, jeweils aus der Perspektive der eigenen Organisationsstruktur ("Kästchendenken"). Abläufe dauern zu lange, sind zu kostenintensiv und zu fehlerbehaftet. Effiziente Prozesse sind auch die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Digitalisierung, wie mir Wolfgang Kirchhoff, Chef der Iserlohner Kirchhoff-Gruppe, eines der größten Automobilzulieferers in Deutschland, in einem Unternehmertalk bestätigte.
  • Komplexität: Überflüssige Kosten entstehen auch durch Komplexität auf der Produkt- und Kundenseite. Wenn Sie in zu vielen Produkten und Kundensegmenten gleichzeitig tätig sind, steigen Komplexität und Folgekosten in der Produktion, Verwaltung und im Vertrieb. Konzentrieren Sie sich daher auf Ihre Kernleistungen und geben Sie Randaktivitäten auf. Die Fokussierung auf wenige Produkte ist auch Ursache des Erfolgs von Apple und Red Bull. Brauereien sind dagegen häufig Negativbeispiele. Schauen Sie sich mal die verwirrende Produktvielfalt bei der Warsteiner-Brauerei an, die ihre frühere gute Marktstellung in den letzten Jahren immer mehr verlor.

Ratgeber jetzt gratis herunterladen

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Unsere Empfehlung

Partner

Klepper & Partner Rechtsanwälte GmbB

Rechtsanwalt Thorsten Klepper
Rechtsanwältin Christina J. Bernath zu Bernathfalva
Rechtsanwalt Christian Schlüter LL. M.
Rechtsanwalt Axel Walkenhorst
Rechtsanwalt Marcel Timper
Grünstraße 16
58095 Hagen

Fon: 02331396000
Fax: 023313960099

Klepper & Partner Rechtsanwälte GmbB

Best-Practice-Beispiele

15.08.2022

Digitalisierter Store

Bonprix, Hamburg

alle News

Netzwerktreffen - Termine

24.08.2022 | Netzwerktreffen bei der Märkischen Bank eG in Hagen

22.09.2022 | Netzwerkabend bei AULINGER in Bochum

19.10.2022 | Netzwerktreffen bei der Märkischen Bank in Hagen