Forderungen im Inland eintreiben

Verjährungsfristen prüfen

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Jährlich gehen Unternehmen Millionenbeträge durch nicht eingehaltene Verjährungsfristen verloren. Denn nach Ablauf der Frist kann der Schuldner die Zahlung verweigern. Der Gläubiger kann seine Ansprüche nicht mehr gerichtlich geltend machen. Daher lohnt es sich, jetzt den Forderungsbestand zu prüfen. Mit Ablauf des 31. Dezember verjähren in der Regel die Forderungen aus dem Jahr 2017. Aber es gibt Möglichkeiten, die drohende Verjährung zu verhindern.

Forderungen im Ausland eintreiben

Natürlich gibt es auch im Ausland Verjährungsfristen. Diese sind je nach Land sehr unterschiedlich. Die im folgenden Absatz erklärte Verjährungshemmung mittels Mahnbescheid gibt es jedoch nicht flächendeckend. Für den Wirtschaftsraum der europäischen Union gibt es einen speziellen europäischen Zahlungsbefehl, der beim zuständigen Gericht in Berlin beantragt werden kann. Wenn Sie sich im Vorfeld über landesspezifische Gegebenheiten informieren wollen, können Sie z.B. von Creditreform Länderberichte mit wesentlichen Rahmenbedingungen für viele Länder bekommen. Dort kann auch der Forderungseinzug für Sie effizient betrieben werden.

Mahnung reicht nicht

Eine einfache Mahnung, ob schriftlich oder mündlich ausgesprochen, verhindert die Verjährung nicht, selbst wenn sie schriftlich oder in Form eines eingeschriebenen Briefes erfolgt. Vor allem, wenn die Zeit drängt, kann die Zustellung eines gerichtlichen Mahnbescheids sinnvoll sein.

Mittlerweile können Mahnbescheide zwar online und ohne Anwalt beantragt werden, aber Fehler in der Antragstellung führen zu sogenannter Monierung und der Antrag kommt solange zum Gläubiger zurück, bis alles korrekt ist. Damit der Mahnbescheid noch rechtzeitig dem Schuldner zugestellt werden kann, darf er keine Fehler oder Lücken aufweisen. Die Forderung muss exakt beschrieben sein.

Alle Anträge, die bei den Mahngerichten bis zum 31.12. eingehen, unterbrechen die Verjährungsfrist, die üblicherweise drei Jahre dauert. Sie gilt für alle Ansprüche des täglichen Lebens, die nicht anderweitig geregelt sind, zum Beispiel Ansprüche aus Kaufpreis- oder Mietzahlungen. Am 31.12.2020 verjähren somit Forderungen aus 2017.

Wenn der Mahnbescheid dann zugestellt wurde, beginnt für den Schuldner die Frist, in dem er ohne weitere Angabe von Gründen Widerspruch einlegen kann. Die Forderungsverjährung wird für mindestens 6 Monate gehemmt. Sie verlängert sich dann über den Zeitraum des nachfolgenden streitigen Verfahrens bei Gericht. Voraussetzung für das streitige Verfahren ist nach Widerspruch des Schuldners die Klagebegründung durch den Gläubiger, bzw. Gläubigervertreter. Ab 5.000 Euro Forderung (Streitwert) gilt vor Gericht immer anwaltliche Vertretung, sprich ein Anwalt ist hinzuziehen.

Wer nicht den Rechtsweg beschreiten möchte, kann mit seinem Schuldner auch außergerichtlich nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. Aus Beweisgründen sollten Sie von Ihrem Schuldner eine schriftliche Erklärung einfordern, dass für die Zeit der Gespräche die Verjährungsfrist nicht weiterlaufen soll. Sie setzt erst weiter, wenn die Gespräche beendet sind.

Wenn Sie Forderungen in den Büchern haben, die von Verjährung betroffen sein könnten, empfehlen wir sich an eine Auskunftei und Inkassobüro, wie z.B. Creditreform zu wenden. Dort wird zunächst geprüft, ob es den Schuldner noch gibt oder ob er bereits verzogen, verstorben oder insolvent ist. Diese Vorprüfung hilft den bestmöglichen nächsten Schritt unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit abzuwägen. Dabei gilt der Grundsatz: Werfen Sie kein gutes Geld dem schlechten hinterher.

Ob ein Schuldner insolvent ist und ob Ihre Forderung noch beim Insolvenzverwalter anzumelden ist, können Sie auch in Internetportalen recherchieren. Unsere Empfehlung dort ist www.insolnet.de. Hier können Sie kostenlos und komfortabel suchen und auch ohne Wissen um Gerichtsaktenzeichen die Insolvenzinformationen finden.

Vollstrecken will gelernt sein

Wägen Sie ab, ob Sie den Forderungseinzug selbst durchführen wollen. Nach Mahn- und Vollstreckungsbescheid folgt in aller Regel die sogenannte Zwangsvollstreckung. Diese werden von Gerichtvollziehern auf Antrag durchgeführt. Der Vollstreckungsauftrag für NRW umfasst 8 auszufüllende Seiten (siehe gv_006_neu.pdf (justiz.nrw). Da Sie als Gläubiger für die Kosten in Vorleistung treten, macht es Sinn, dass Sie über die dort zu beantragenden Leistungen, deren Kosten und Wirkung gut informiert sind. Profis wie Anwälte oder Inkassobüros sind in diesen Formalitäten täglich geübt und helfen, dass Ihre Zwangsvollstreckung zielgerichtet beauftragt wird.

Diese Verjährungsfristen sollten Sie kennen

  • 3 Jahre - diese regelmäßige Verjährungsfrist (§ 195 BGB) gilt grundsätzlich für alle Ansprüche des täglichen Lebens: Kaufpreiszahlung, Mietzahlung, Werklohn, Zinsansprüche. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger Kenntnis erhielt.
  • 30 Jahre - bei Herausgabeansprüchen aus Eigentum und anderen dinglichen Rechten, Familien- und erbrechtlichen Ansprüchen, rechtskräftig festgestellten Ansprüchen (titulierten Ansprüchen), Ansprüchen aus vollstreckbaren Vergleichen oder vollstreckbaren Urkunden, Ansprüchen, die durch die im Insolvenzverfahren erfolgte Feststellung vollstreckbar geworden sind. Die Frist beginnt Tag genau ab Anspruchsentstehung. Der Anspruch verjährt dann in 30 Jahren auf den Tag genau und nicht erst zum Ende des Jahres.

Sonstige Fristen

  • 6 Monate - bei Ersatzansprüchen zum Beispiel aus Miete und Leihe wegen Veränderung/Verschlechterung der Sache, beginnend ab Rückerhalt der Sache.
  • 1 Jahr - ab Ablieferung der Ware bei Fracht- und Speditionskosten.
  • 2 Jahre - ab Ablieferung / Abnahme bei kauf- und werkvertraglichen Mängelansprüchen.
  • 5 Jahre - bei Mängelansprüchen bei Bauwerken und eingebauten mangelhaften Sachen ab Übergabe / Abnahme.
  • 10 Jahre - bei Ansprüchen, die sich auf Rechte an Grundstücken richten.

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