Effizienz und Sicherheit ausloten

Logistikkosten

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Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie fragil globalisierte Lieferketten sind. Viele international agierende Unternehmen denken daher verstärkt darüber nach, ihre Beschaffung und Logistik zu reorganisieren und robuster zu gestalten. Totale Kosteneffizienz nützt nichts, wenn Lieferanten aus Übersee z. B. aufgrund einer Pandemie nicht liefern können, dürfen oder wollen. Regionale Nähe und damit Sicherheit liegen daher wieder im Trend. Gleichwohl müssen die Logistikkosten ständig optimiert werden, zumal andere Kostenkomponenten in Deutschland wie Energiekosten steigen. Auch das geplante Lieferkettengesetz, das eine faire und umweltgerechte internationale Beschaffung sichern soll, dürfte Auswirkungen auf die Kostenstrukturen haben.

Einsparpotenziale heben

  • Eine kostengünstigere Gestaltung der Logistikprozesse ist vor allem durch die Digitalisierung möglich. Es gibt mittlerweile genügend Software, Sensoren und Roboter (Logistik 4.0). Amazon macht es konsequent vor. Notwendig ist dafür aber auch, dass Ihre Logistikprozesse „sauber“ sind. Gemeint ist damit, dass unnütze Aktivitäten eliminiert und Prozesse schlank organisiert sind. Beziehen Sie in Ihre Prozessoptimierung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, die alle Produktionsabläufe kennen. Auch externer Rat ist hilfreich.
  • Zu hohe Lagerbestände entstehen durch Angst, Aufträge nicht zügig abwickeln zu können, also nicht lieferbereit zu sein. Wenn es Ihre Branche erlaubt, stellen Sie ein Produkt erst dann her, wenn ein konkreter Auftrag dafür vorliegt. Ein anderer Weg ist die Verlagerung des Lagers und damit des Risikos auf Lieferanten, die dann immer „just in time“ liefern müssen. Die Corona-Krise hat jedoch auch hier gezeigt, wie schmal der Grat sein kann. Überoptimierung kann auch nach hinten losgehen. Immer hilfreich ist „Kaizen“, die japanische Variante der kontinuierlichen Verbesserung. Durch eine Verschlankung der Prozesse, verschwinden in der Regel auch die kapitalbindenden Zwischenläger.
  • Die Auslagerung der Logistik an spezialisierte Dienstleister ist nicht immer der richtige Weg. Bei der Fremdvergabe haben Sie eine geringere Kontrolle und einen Know-how-Verlust. Ob es tatsächlich die Qualität der logistischen Leistung steigert, sollten Sie vorher genau analysieren. Wichtig ist es, die Aufgaben des Dienstleisters sowie Preise vertraglich genauestens festzulegen. Da lohnt es sich schon, im Vorfeld mehr Zeit zu investieren, als hinterher Verluste aufgrund eines nicht reibungslosen Kontakts zu Lieferanten zu machen. In Zeiten der Digitalisierung hat sich das Leistungsspektrum externer Logistikdienstleister jedoch erweitert. Sie verfügen durch ihre Spezialisierung über das nötige Wissen und können die notwendige digitale Infrastruktur bereitstellen.
  • Teuer wird es immer dann, wenn Sie einen zusätzlichen Service in Anspruch nehmen, beispielsweise wenn ein Dienstleister innerhalb kurzer Zeit einen Auftrag bearbeiten soll. Günstiger wird der Transport auch, wenn Sie mehrere Lieferungen bündeln und gemeinsam verschicken können. Beachten Sie auch, dass es beim Transport und bei der Lagerung günstiger sein kann, wenn Ihre Produkte so verpackt werden, dass sie sich gut stapeln lassen.
  • Verpackungen von Waren sollten von Ihren Lieferanten wieder zurückgenommen werden. Wenn möglich, verzichten Sie ganz auf eine Verpackung. Dadurch sparen Sie die Entsorgungskosten ein. Auch die Verpackungspauschale wird niedriger. Bedenken Sie beim Versand Ihrer Waren, dass der Transport per Schiff oder über die Schiene meist günstiger ist als der Einsatz von LKW. Versichern Sie Ihre Transporte selbst, und sparen Sie sich zu hohe Versicherungskosten, die Ihr Dienstleister in der Regel veranschlagt. Die Entsorgung von Verpackungen wird in den nächsten Jahren auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ein Top-Thema werden.
  • Weist Ihr Produkt viele Eigenschaften auf, die Kosten in der Produktion verursachen, aber die dem Kunden keinen zusätzlichen Nutzen bringen? Ließe sich das Produkt nicht ebenso gut absetzen, wenn Sie auf diese Merkmale verzichten würden? Ebenso sollten Sie Produkte ausfindig machen, die sich schlecht verkaufen und somit die Lagerbestände in die Höhe treiben.

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