Strategische und rechtliche Optionen

Nachfolge im Mittelstand

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Die Klärung der Nachfolge ist für den deutschen Mittelstand neben der Digitalisierung und Zukunftssicherung in der Corona-Krise eine zentrale Aufgabe. In Deutschland gibt es rund 3,4 Millionen Familienunternehmen. Davon müssen etwa 100.000 Unternehmen bis 2022 ihre Nachfolgefrage klären. Wenn Sie dazu gehören, sollten Sie möglichst früh damit beginnen.

Erfolgsfaktoren für die Unternehmensnachfolge

Ist eine Nachfolge innerhalb Ihrer Familie möglich, oder sind externe Lösungen notwendig? Diese Frage steht am Anfang. Selbst wenn Kinder oder andere Familienangehörige da sind, müssen die auch nachfolgen wollen und können. Wichtig ist daher ein möglichst früher Beginn der Nachfolgesuche und ein offener und ehrlicher Umgang damit in der Familie. Die eigene Nachfolge frühzeitig zu initiieren, fällt vielen Unternehmerinnen und Unternehmern schwer. Das Thema ist häufig stark emotional besetzt. Das Loslassen fällt schwer. Schließlich geht es auch immer um das eigene Lebenswerk.

Obwohl die Situation in jedem Unternehmen anders ist, sollten Sie sich mit Ihrer Nachfolge frühzeitig im Alter zwischen 50 und 60 Jahren beschäftigen. Dann ist noch genügend Zeit, um auch mögliche erbrechtliche und steuerliche Gestaltungsspielräume auszunutzen. Von der Konzeption bis zur Übertragung können leicht drei bis zehn Jahre vergehen. Die Entwicklung einer Nachfolgelösung ist immer auch ein einmaliges unternehmerisches Projekt. Die konkrete operative Überleitung sollte mindestens 12 Monate vorher beginnen.

Nachfolgeoptionen bei Familienlösungen

  • Beim sogenannten Kronprinzenmodell wird nur eine Person aus dem Familienkreis Nachfolgerin oder Nachfolger. Beim Textilhersteller Trigema aus Baden-Württemberg zum Beispiel verfolgt der Inhaber Wolfgang Grupp dieses Prinzip. Er lässt seine beiden Kinder aktuell in führenden Positionen im Unternehmen in einer Art Wettbewerb arbeiten und entscheidet sich dann in nächster Zeit für die aus seiner Sicht beste Lösung. Die nicht zum Zuge kommenden Familienangehörigen werden dann finanziell anderweitig entschädigt.
  • Beim sogenannten Stammesprinzip werden dagegen alle relevanten Familienzweige sinnvoll eingebunden. Welches Nachfolgemodell passt, ist jedoch immer firmenspezifisch zu entscheiden und muss in den jeweiligen Gesellschaftsverträgen auch geregelt werden.

Es gibt auch viele Lösungen in den Zwischenbereichen. Auch Stiftungen können eine Wahl sein. Unabhängig vom Nachfolgemodell generell wichtig ist die rechtzeitige Einarbeitung der familieninternen Nachfolger, um Vertrauen bei Mitarbeitern und Stakeholdern aufzubauen.

Externe Lösungen als Alternative

Etwa in 50 Prozent aller Nachfolgefälle gibt es externe Lösungen. So können geeignete Führungskräfte aus dem Unternehmen, die auch das Vertrauen der Firmeninhaber genießen, in einem Management-Buy-Out (MBO) oder Externe in einem Management-Buy-In (MBI) die Nachfolge antreten. Ist auch das nicht möglich, bietet sich der Verkauf des Unternehmens an Wettbewerber oder Investoren an.

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