Erleichterung für bedrohte Unternehmen

Insolvenzantragspflicht ist ausgesetzt

© Nico D. - stock.adobe

In der Corona-Krise sind viele Unternehmen von Zahlungsunfähigkeit bedroht. Führende Ökonomen und Branchenverbände warnen vor einer Insolvenzwelle in den nächsten Monaten. Um dies zu vermeiden, hat das Justizministerium die dreiwöchige Insolvenzantragsfrist bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Somit sollen Unternehmen, die in der Corona-Krise in eine finanzielle Schieflage geraten, geschützt werden. Diese Erleichterung ist an folgende Bedingungen geknüpft.

  • Die Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung muss in Folge der Corona-Pandemie entstanden sein.
  • Das Unternehmen durfte am 31. Dezember 2019 nicht zahlungsunfähig gewesen sein. Nur dann wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht.
  • Das Unternehmen muss sanierungsfähig sein, um die drohende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.

Corona-Kausalität belegen

Die bis zum 30.09.2020 ausgesetzte Dreiwochenfrist gilt nur für Unternehmen, die nachweislich aufgrund der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind. Geschäftsführer müssen bei Eintritt der Zahlungsunfähigkeit den Zusammenhang mit der Corona-Epidemie belegen können. Dieser Nachweis wird erleichtert, wenn das Unternehmen am 31.12.2019 nicht zahlungsunfähig war.

Organhaftung beschränken

Die Gefahr, dass Geschäftsführer und Vorstände zu einem späteren Zeitpunkt für Zahlungen, die ein insolvenzreifes Unternehmen während des Aussetzungszeitraums tätigt, in die Haftung genommen werden, wird hierdurch beseitigt.  

Gläubigerinsolvenzanträge

Stellen Gläubiger innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes Antrag auf Insolvenz, dann muss der Insolvenzgrund bereits vor dem 1.3.2020 bestanden haben.

Keine Gläubigerbenachteiligung

Kredite, die innerhalb des Aussetzungszeitraums gewährt wurden, können ohne Gläubigerbenachteiligung zurückgezahlt werden. Das gilt auch für Gesellschafterdarlehen. Mit dieser Regelung sollen Kapitalgeber motiviert werden, dem bedrohten Unternehmen Kredite zu geben, ohne befürchten zu müssen, dass die Rückzahlungen wegen Gläubigerbenachteiligung später angefochten werden.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Unsere Empfehlung

Partner

BWL Rechtsanwälte und Notare

Rechtsanwalt Wolfgang Brück
Konrad-Adenauer-Ring 12
58636 Iserlohn

Fon: 02371 / 82460
Fax: 02371 / 824646

BWL Rechtsanwälte und Notare

Jetzt Netzwerkpartner werden!

Branchenbucheintrag auf mittelstand-südwestfalen.de, Zugang zur Mediathek der Best Practice Show (Video-Vorträge und Lesebeispiele) und Platzgarantie bei Netzwerktreffen.

Jetzt buchen!

Video-Vorträge | Best Practice Show

20.01.2021

Trends

Sensorisches Marketing Teil 1

Verkaufen über alle Sinne

32 Min.

15.12.2020

Trends

Smarte Geschäftsmodelle

Wie man heute Geld verdient

29 Min.

Alle Videos

Best-Practice-Beispiele

16.01.2021

Weltmarktführer für Musikalienhandel

Thomann, Burgebrach

alle News