Wie Corona Unternehmen beeinflusst

Strategische Trends

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Die Arbeitslosenzahlen steigen im Juni 2020 Corona-bedingt weniger schnell als noch im April befürchtet. Auch scheint sich die Konjunktur in Deutschland nach einer aktuellen Analyse des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung schneller zu erholen als gedacht. Im dritten Quartal 2020 rechnen die Experten bereits mit einem Wachstum von knapp 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auf das Gesamtjahr 2020 bezogen ist gleichwohl ein Einbruch der Wirtschaftsleistung von 6 bis 7 Prozent zu befürchten. Kein Wunder, dass bei vielen Unternehmen ein Umdenken stattfindet und Lehren aus der Krise gezogen werden. Folgende strategische Trends kristallisieren sich dabei heraus:

Robustheit

Unternehmen mit einer hohen Widerstandskraft kommen bisher gut durch die Corona-Krise. Ein Musterbeispiel dafür ist Trigema, ein Unternehmen ohne Schulden, dafür mit einer hohen Eigenkapitaldecke, einer persönlichen Haftung des umtriebigen Eigentümers Wolfgang Grupp und einem einfachen und robusten Geschäftsmodell. Corporate Resilienz lautet für diese schwäbische Bodenständigkeit das neue, von Beratern kreierte Management-Schlagwort.

Entschleunigung

Für viele Privatpersonen mit guter finanzieller Absicherung (z. B. Rentner und Beamte) hat die Corona-Krise auch zu einem mentalen Lockdown geführt. Man entschleunigte sich in der Familie, genoss die leeren Straßen und entsagte dem Konsum. Auch Unternehmen entschleunigten sich und stellten fest, dass vorher vieles überflüssig war, wie z. B. die vielen Geschäftsreisen und endlosen Meetings. So hat auch Alessandro Michele von Gucci auf die Bremse getreten. Er will die Anzahl der zukünftigen Modeschauen begrenzen, sich fokussieren und nachhaltiger agieren.

Distanzierung

Die Notwendigkeit der sozialen Distanzierung mit Masken wird noch so lange andauern, bis ein Impfstoff oder zumindest ein krankheitsmilderndes Medikament entwickelt wird. Viele Unternehmen müssen daher umdenken und ihre Angebote und Locations anpassen, z. B. Handel, Gastronomie, Messeanbieter und Kulturbetriebe. Innovative Unternehmen bieten dabei Unterstützung. So z. B. Bizerba aus Balingen, einem Hersteller von Waagen, mit denen das Warten an der Kasse im Einzelhandel überflüssig werden soll. Kunden scannen ihre Ware mit dem Smartphone oder einem Gerät des Händlers ein, bevor sie den ganzen Wagen am Ausgang auf eine Wiegeplattform stellen. Sensoren und Kameras bestimmen dann das Gewicht und den Preis aller Inhalte. Bezahlt wird dann auch kontaktlos per App.

Flexibilität

Nicht nur Bizerba hat flexibel und schnell auf die Krise reagiert. Auch Trigema hat sehr schnell auf die Produktion von Schutzmasken aus Stoff umgestellt. Entscheidungsfreude und Macherqualitäten prägen agile Unternehmen. Dazu gehört auch Binder, ein Produzent von Klimaschränken aus dem Schwarzwald. Schnell wurde das Sortiment auf Kühlschränke für virologische Labore ausgeweitet.

Digitalisierung

Videokonferenzen, digitale Collaboration Tools wie Slack und Online-Shops sind in der Corona-Krise überlebensnotwendig geworden. Sie haben der Digitalisierung in den Unternehmen einen Schub versetzt. Wer es sich leisten kann, wird nun massiv auf digitale Angebote und Geschäftsprozesse setzen.

Kundenbindung

Liqui Moly, der Hersteller von Schmierstoffen, macht es vor. In der Krise wurden Kunden weltweit intensiv kontaktiert und um jeden Euro Umsatz gekämpft. Ganzseitige Anzeigen in großen Tageszeitungen flankieren die antizyklische Vertriebsoffensive. Kundenbindung ist in. Leichter lassen sich Umsätze nicht sichern und ausweiten. Auch findige Autohäuser nutzten die Zwangsruhe, um alle Kunden telefonisch zu kontaktieren. Auch ehemalige Kunden kann man so zurückgewinnen.

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