06.02.2020

Aktueller Stand in Deutschland

Fachkräftemangel

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Der Mittelstand in Deutschland sieht den Fachkräftemangel z. B. nach der VR Mittelstandsumfrage derzeit als größtes Problem an, noch vor Faktoren wie Bürokratie, Personalkosten, Energiepreise, Steuerbelastung und Auftragslage. Vor allem mittelständische Unternehmen in ländlichen Regionen sehen große Schwierigkeiten auf sich zukommen. Doch, wie ist die Lage in Deutschland aktuell. Hier ein kleiner Überblick.

Branchenunterschiede

  • Suchende: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit werden Fachkräfte vor allem in der Gesundheits- und Pflegebranche, im Handwerk und Baugewerbe sowie bei Dienstleistern mit Ingenieuren und IT-Spezialisten. In der Altenpflege z. B. bleiben offene Stellen im Durchschnitt 206 Tage unbesetzt. Aber auch der Öffentliche Dienst sucht Fachkräfte, auch um z. B. die vom Bund bereitgestellten Milliardenbeträge für Schulen und Straßen nutzen zu können.
  • Abgebende: Andererseits gibt es auch Branchen, die aktuell durch ein Konjunkturtal gehen oder durch den digitalen Wandel zu Restrukturierungen und Personalanpassungen gezwungen sind. Dazu gehört z. B. die Automobilzulieferindustrie. Nach einem Gutachten der Bundesregierung könnten hier in den nächsten Jahren bis zu 400.000 Arbeitsplätze wegfallen.
  • Regionale Unterschiede: Die Krise in der Automobilzulieferindustrie schlägt sich auch regional nieder. So sinkt zwar die Arbeitslosenrate bundesweit weiter, aber in Regionen mit starker Automobilabhängigkeit wie Baden-Württemberg steigt die Zahl der Arbeitssuchenden. So ist die Arbeitslosigkeit in Mannheim z. B. im Dezember 2019 um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insgesamt ist die Zahl der Jobsuchenden in fast 50 Prozent der rund 400 deutschen Landkreise gestiegen.

Personalmarketing

Mittelständler wie die KIRCHOFF-Gruppe aus Iserlohn mit über 14.000 Mitarbeitende setzen bei der Personalrekrutierung alle Mittel ein, die zur Verfügung stehen. Neben Online-Suchen sind es vor allem die interne Ausbildung, frühzeitige Kontakte zu regionalen Hochschulen, aber auch Empfehlungen von Mitarbeitenden, die durch eine durch persönliche Nähe geprägte Führung mit ihrem Arbeitsgeber zufrieden sind.

Zudem agieren Mittelständler in Branchen mit Krisensymptomen abwartend. Sie haben in den letzten Jahren viel Eigenkapital angesammelt und sind bereit, Mitarbeitende auch in unruhigen Zeiten zu behalten, um dann bei Besserung wieder auf eigene Fachkräfte zurückgreifen zu können. Das hat sich in der Krise vor über zehn Jahren bereits bewährt.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Nicht wenige Unternehmen, die händeringend Fachkräfte suchen, setzen auf das am 1. März inkrafttretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Personen aus dem EU-Ausland mit einer qualifizierten Berufsausbildung oder einem Hochschulabschluss können dann für eine befristete Zeit hier leben. Sie müssen allerdings über Deutschkenntnisse verfügen und in der Lage sein, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Unternehmen müssen ab 1. März dann vor der Einstellung auch nicht mehr prüfen, ob es geeignete europäische Bewerber gibt.

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