06.06.2019

Förderung von Elektrofahrzeugen in Deutschland

Elektromobilität 2019

© Edler von Rabenstein - Fotolia.com

Der Hype um Greta Thunberg, die Fridays-for-Future-Demos und die Europawahl mit dem enormen Zuspruch der Grünen vor allem bei jungen Leuten zeigen, dass Klimaschutz aktuell eines der Top-Themen in Deutschland ist. Zu den umweltschonenden Maßnahmen gehört auch der Einsatz von Elektrofahrzeugen zulasten der klassischen "Verbrenner", von denen vor allem der Diesel ins Fadenkreuz der Umweltschützer geraten ist. Der Handlungsdruck steigt nicht nur für die Politik, sondern auch für die deutsche Automobilwirtschaft. Nicht mehr nur Tesla, sondern auch die Chinesen erhöhen das Tempo bei der Entwicklung marktreifer E-Autos. Wie ist der Stand? Welche Fördermaßnahmen gibt es?

Elektroautos im weltweiten Vergleich

Die Bundesregierung strebt bis 2022 (ursprünglich 2020) eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland an. Elektrofahrzeuge sind umweltschonend, geräuschlos und recyclebar. Der bisherige Stand ist jedoch eher ernüchternd. Nach Angaben von Statista gibt es aktuell rund 85.000 zugelassene Elektroautos in Deutschland. 2018 waren es knapp 29.000, was einem Anteil von 1 Prozent an allen neu zugelassenen deutschen PKWs 2018 entspricht. Zum Vergleich: Der Marktanteil von Elektroautos liegt z. B. in Norwegen bei knapp 40 Prozent und in den Niederlanden bei 10 Prozent. In absoluten Zahlen dominieren China und die USA mit je knapp 800.000 Neuzulassungen (Stand 2017).

An der Spitze der insgesamt bisher weltweit verkauften Elektroautos liegt der Nissan Leaf mit aktuell 400.000 Exemplaren, gefolgt vom Tesla Model 3 (265.000) und Tesla Model S (260.000). 

Die schleppende Nachfrage von Privathaushalten und Unternehmen nach Elektroautos liegt nach Meinung von Experten am höheren Preis, der immer noch geringen Reichweite (nur Tesla-Autos schaffen bisher 500 km), der Angst vor Batterieschwächen im Winter und der löchrigen Infrastruktur mit Ladestationen. Deutschlandweit gibt es maximal 5.000 öffentlich zugängliche Stromtankstellen. Der Großteil davon liegt in Großstädten und Ballungsgebieten.

Fördermaßnahmen der Politik

  • Kaufprämie: Der Bund fördert über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Kauf von Elektrofahrzeugen seit Juli 2017 mit 4.000 Euro. Käufer von Plug-in-Hybriden erhalten 3.000 Euro. Die Förderung gibt es auch beim Fahrzeugleasing. Einige Automarken bieten noch Extraförderung. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Gefördert werden nur Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis unter 60.000 Euro. Das Programm läuft offiziell noch bis zum 30.6.2019. Mit einer Verlängerung wird aber gerechnet.
  • Steuervorteile: Für bis Ende 2020 gekaufte Elektrofahrzeuge entfällt für 10 Jahre die Kfz-Steuer. Hybridfahrzeuge erhalten keinen Steuervorteil. Zusätzlich werden Dienstwagen pauschal mit nur 0,5 Prozent (statt 1 Prozent) des Listenpreises pauschal besteuert. Auch das Laden des Elektrofahrzeugs beim Arbeitgeber gilt nicht als zu versteuernder geldwerter Vorteil.
  • Regionale Förderung: Zusätzlich geben einzelne Bundesländer und Städte Kaufprämien und Zuschüsse für den Bau von Ladeinfrastruktur und die dafür notwendige Umsetzungsberatung. So gibt NRW z. B. eine zusätzliche Kaufprämie zwischen 4.000 und 8.000 Euro zusätzlich.

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