11.03.2019

Betriebsübergabe kompetent regeln

Finanzierung von Unternehmensnachfolgen

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Nach Schätzungen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) müssen bis 2022 jedes Jahr rund 30.000 Unternehmensnachfolgen geklärt werden. Die meisten davon sind notwendig, weil die Gründer in den Ruhestand gehen. Mit 53 Prozent sind interne Familienlösungen die beliebteste Form der Nachfolge. Finden sich keine geeigneten Nachfolger in der Familie, sind externe Lösungen notwendig. Das sind nach IfM-Zahlen mit 29 Prozent der Verkauf des Unternehmens an externe Personen (MBI – Management-Buy-In) und mit 18 Prozent an eigene Führungskräfte und Mitarbeiter (MBO – Management-Buy-Out). Im Rahmen der Unternehmensnachfolge sind viele strategische, rechtliche, aber auch finanzielle Möglichkeiten zu klären.

Finanzierungsvolumen bestimmen

Ob MBI oder MBO – als Käufer stellen sich Ihnen zwei Aufgaben: die richtige Bewertung und die passende Finanzierung. Bei beiden Aufgaben stehen Ihnen unsere Finanzierungexperten mit Rat und Tat zur Seite. Beachten Sie vor allem, dass Sie nicht nur den final verhandelten Kaufpreis zu finanzieren haben, sondern auch die Honorare für Notare und Berater sowie notwendige Sachinvestitionen und Betriebsmittel für die Übernahmephase.  

Finanzierung durch Käufer und Verkäufer

Ideal ist es, wenn Sie die Finanzierung selbst auf die Beine stellen können. Das gelingt nach unserer Erfahrung jedoch nur in den seltensten Fällen. In der Regel müssen Sie weitere Eigenkapitalgeber mit einbinden: Privatpersonen (Business Angels), Eigenkapitalgesellschaften oder Unternehmen, die z. B. ein strategisches Interesse haben. In jedem Fall, so unsere Empfehlung, sollte Ihr Eigenanteil mindestens zwischen 15 und 20 Prozent liegen.

Auch die Verkäufer können Ihnen bei der Finanzierung helfen, indem Sie ganz oder teilweise auf die Auszahlung des Kaufpreises in einer Summe verzichten:

  • Können Sie mit dem Verkäufer einen schrittweisen Verkauf der Anteile vereinbaren, strecken Sie den Kapitalbedarf über die Zeit.
  • Über ein nachrangiges Verkäuferdarlehen inklusive Earn-out-Klausel lassen Sie den Verkäufer am späteren Erfolg Ihres Unternehmens partizipieren.
  • Oder Sie räumen dem Verkäufer als Kaufpreisersatz wiederkehrende Leistungen (Rente) ein. Dann ist der Verkäufer allerdings auf Ihre Leistungen angewiesen.

Finanzierung durch Beteiligungs- und Mezzanine-Kapital

Auch Beteiligungs- und Mezzanine-Kapital lassen sich bei der Umsetzung von Unternehmensnachfolgen häufig sehr flexibel gestalten und einsetzen. Bei der Nachfolgeregelung ist das Ziel eine Partnerschaft auf Zeit, um das mittelständische Unternehmen erfolgreich weiterzuführen und nachhaltige Konzepte zum Erfolg zu führen.  

Bei einer Direktbeteiligung wird die Beteiligungsgesellschaft Mitgesellschafter und übernimmt für eine begrenzte Zeit Anteile an der GmbH, KG oder AG. Die Übernahme der Unternehmensbeteiligung geschieht in vielen Fällen über eine Kapitalerhöhung. Dabei nimmt die Beteiligungsgesellschaft i.d.R. keine Geschäftsführungsaufgaben wahr sondern hat eher beratende Funktion.

Der Begriff "Mezzanine" bezeichnet eine Finanzierungsform, die sowohl Elemente der Fremd- als auch der Eigenkapitalfinanzierung enthält. Mezzanine-Kapital ist der gebräuchliche Oberbegriff für stille Beteiligungen, Genusskapital und Nachrangdarlehen. Der Mezzanine-Geber tritt gegenüber Drittgläubigern im Rang zurück, wodurch der bereitgestellte Betrag Eigenkapitalcharakter erhält. Für den Erhalt des Mezzanine-Kapitals sind vom Unternehmen zudem keine Sicherheiten zu stellen. Aufgrund der eigenkapitalähnlichen Risikoposition des Mezzanine-Gebers liegen die Kosten dafür zwar über denen des Fremdkapitals, aber auch klar unter den Renditen, die klassische Eigenkapitalgeber verlangen.
Für das Unternehmen ist Mezzanine-Kapital auch dann gegenüber anderen Eigenkapitalformen von Vorteil, wenn zum Beispiel der zusätzliche Eigenkapitalbedarf zeitlich klar begrenzt ist oder ein unternehmerisches Vorhaben (z.B. Nachfolgeregelung) sehr schnell umgesetzt werden soll.

Finanzierung durch Banken

Doch nach wie vor ist in Deutschland der Bankkredit der zentrale Finanzierungsbaustein für Unternehmen. Denn als Ihre Hausbank kennen wir Ihre individuelle Situation sowie Ihre Möglichkeiten – beispielsweise die aktuellen KFW-Förderprodukte und die für Sie zuständigen Regionalpartner bei der örtlichen IHK oder HWK.

Unsere Finanzierungsexperten helfen Ihnen gerne. Sprechen Sie uns an wir vermitteln auch Beteiligungs- u. Mezzanine Kapital!

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