Praxisbeispiele

Nischenmarketing mit alkoholfreiem Wein

Carl Jung, Rüdesheim am Rhein

Bio und alkoholfreie Getränke liegen im Trend. Sie surfen auf der Gesundheitswelle. Die Winzerei Carl Jung aus Rüdesheim setzt bereits seit über 100 Jahren auf diesen Nischenmarkt.

Erfinder des entalkoholisierten Weins

Bereits vor mehr als 120 Jahren stellte sich der Weinhändler Dr. Carl Jung aus dem Rheingau die Frage, wie man Wein auch ohne Alkohol herstellen kann, ohne dass der Geschmack signifikant leidet. Schon damals gab es eine gesundheitsbewusste Zielgruppe von Weintrinkern. So entwickelte Carl Jung ein patentiertes Verfahren für alkoholfreien Wein und Sekt. Bei der Vakuumdestillation wird dem Wein bei niedriger Temperatur zunächst der Alkohol entzogen. Da dabei auch die Aromen und Süße verloren gehen, müssen beide Bestandteile in einem zweiten Schritt wieder zugeführt werden. Am Ende bleibt ein noch erlaubter Restalkoholgehalt von ca. 0,3 Prozent. 

Heute gehört die Pionier-Winzerei mit über 10 Millionen Flaschen pro Jahr zu den Marktführern von alkoholfreien Weinen, die zudem deutlich weniger Kalorien haben als normale Weine. Ein wichtiger Absatzmarkt ist daher Skandinavien. In Deutschland machen alkoholfreie Weine erst ein Prozent des Gesamtmarktes aus. Doch gerade die junge Generation setzt gesundheitsbewusst auf alkoholfreie Weine, die zudem noch Bio und vegan sein sollten.

Nischenmarketing

Es ist besser in einer Nische Marktführer zu sein als in einem Massenmarkt die Nummer 10. Daher ist das Prinzip der Marktteilung ein cleverer Schachzug. Ein Markt wie der Weinmarkt ist schon immer aufgeteilt worden, z. B. in Rot- und Weißweine, trockene und süße Weine, schwere Weine aus Südeuropa und leichte Weine aus Deutschland. Die bereits Anfang des 20. Jahrunderts durchgeführte Teilung des Marktes von Dr. Carl Jung in klassische Weine und alkoholfreie Weine kommt nun durch wachsendes Gesundheits- und Umweltbewusstsein zu neuer Blüte. Bei einer Marktteilung können sich Innovatoren wie Carl Jung sofort an die Spitze eines neuen, auch künstlich erzeugten Marktes stellen und somit ein klares Markenprofil aufbauen. 

Beispiele für diese Nischenstrategie gibt es viele. So hat Dr. Best den Markt für Zahnbürsten in einen neuen mit Schwingköpfen und in einen alten mit unbeweglichen Köpfen geteilt. Wagner hat die erste Steinofenpizza und Apple die ersten Smartphones erfunden. Neue Erfindungen für die Nische können somit dafür sorgen, dass "Altmärkte" verschwinden oder parallel weiter bestehen.

Website: https://www.carl-jung.de

Copyright Text: www.best-practice-forum.de 

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26.4.2023 | Zu Gast beim CRM-Dienstleister Superoffice am Phoenix See in Dortmund

16.5.2023 in Hagen | mit Dr. Michael A. Peschke

20.09.2023 in Hagen | mit Dr. Michael A. Peschke

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